Operation

Der operative Eingriff bei einem Prostatakarzinom ist die radikale Prostatektomie (RP), bei der die Prostata und die Samenblasen entfernt werden.

Diese Methode erlaubt die umfassendste Untersuchung des Prostatakrebses, da das Gewebe einer eingehenden pathologischen Untersuchung unterzogen werden kann.
Bei der RP wird ein erheblicher Teil des Tumors entfernt, wodurch eine Ausbreitung des Krebses auf die Blase oder den Enddarm verhindert wird. Außerdem wird dabei der Teil der Harnröhre, der durch die Prostata verläuft, entfernt. Dadurch lassen sich etwaige Probleme der unteren Harnröhre (Miktionsstörungen), wie z.B. Schwierigkeiten beim Wasserlassen, langsamer Urinstrahl, unvollständige Entleerung der Blase, nächtlicher Harndrang (Nykturie), beheben.

Andererseits kann die RP zur Impotenz führen, da ein fortgeschrittener Krebs es notwendig machen kann, die die Erektion steuernden Nerven, die auf dem Weg zum Penis dicht um die Prostata herum verlaufen, zu entfernen. Soweit möglich wird aber versucht, beide oder auch nur ein Nervenbündel zu erhalten (nerverhaltende radikale Prostatektomie).

Darüber hinaus kann die chirurgische Entfernung der Prostata auch die Muskeln, die das Harnlassen steuern, schädigen, was zur Inkontinenz führen kann. Diese kann vorübergehend oder auch permanent sein. In der Regel erlangen jüngere Patienten ihre Kontinenz vollkommen oder schneller wieder, während dies bei älteren Patienten nicht so oft der Fall ist. Generell aber ist die Inkontinenz als Folge einer radikalen Prostatektomie vom chirurgischen Können abhängig.