Immuntherapie

Wenn sich aggressive Tumoren entwickeln, dann ist mit der körpereigenen Immunantwort etwas schief gelaufen.

Die Tumorzellen haben es geschafft, sich den Abwehrmechanismen des Immunsystems zu entziehen.
Bei der Immuntherapie wird versucht, das Immunsystem wieder soweit zu aktivieren, dass es selbst den Krebs kontrolliert oder sogar beseitigt.
In der Onkologie unterscheidet man bei den unterschiedlichen Therapieansätzen zwischen der aktiven und der passiven Immunisierung.

Bei der aktiven Immunisierung bekommt der Patient Substanzen verabreicht, die in seinem Immunsystem eine Immunantwort auslösen sollen. Dabei sollen die Tumorzellen in ihrem Wachstum verzögert oder sogar ganz besetigt werden. Bei der passiven Immunisierung erhält der Patient Antikörper oder Antikörper-Fragmente, die sich an die Tumorzellen binden und sie ausschalten.

Nach aktuellen Untersuchungen kann die Immuntherapie auch beim fortgeschrittenen Prostatakrebs wirksam sein kann. Die bisher entwickelten Medikamente wirken unterschiedlich:

1. Ipilimumab ist ein humaner, monoklonaler IgG-Antikörper. Es blockiert CTLA-4 (Cytotoxic T-Lymphocyte Antigen 4) und verstärkt die gegen die Krebszellen gerichtete Immunantwort. Es wir bei Patienten mit metastasierendem, kastrationsresistentem, chemotherapienaivem Prostatakarzinom eingesetzt.

2. Sipuleucel-T funktioniert wie ein Impfstoff. Es wurde bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs getestet, die auf eine Hormontherapie nicht mehr ansprachen, aber noch keine Chemotherapie erhalten hatten. Die Patienten erhalten 3 Transfusionen mit stimulierten Leukozyten im Abstand von 2 Wochen.

3. PROSTVAC-VF ist ein Pockenvirus-basierender Krebs-Impfstoff und wird gentechnisch hergestellt. Er enthält das Prostata-spezifische Antigen PSA und drei stimulierende Moleküle. Das Medikament wird zusammen mit GM-CSF siebenmal im Abstand von 2 bzw. 4 Wochen unter die Haut gespritzt. Die Behandlungsphase in dieser Studie dauert 5 Monate. Die Gesamtdauer inklusiv Nachbeobachtung beträgt etwa 5 Jahre. Bisher wurde PROSTVAC-VF nur in einer kleineren Studie getestet. Aktuell werden größere klinische Studien durchgeführt.

Aktuell  testen zehn europäische Einrichtungen das klinische Potenzial von biologisch abbaubaren Mikrosphären für die Immuntherapie gegen Krebs.
Mikrosphären bestehen aus Milchsäure und Glycolsäure und können als Träger von Antigenen eingesetzt werden. In wässrigem Gewebe lösen sie sich auf und geben die Krebs-Antigene im Körper frei.