Bestrahlung

Die Externe Strahlentherapie lässt sich sehr wirkungsvoll einsetzen. Die Rate mit rezidivfreien PSA-Werten über einen Zeitraum von fünf Jahren ist fast mit der der radikalen Prostatektomie vergleichbar (75% bzw. 76%), sofern die Patienten gleichwertige PSA-Werte, Gleason-Scores und klinische Stadien aufwiesen.

Als Standard gilt eine Bestrahlungsdosis von 7200 cGy (cGy=Centi-Gray: Maßeinheit für die Bestrahlungsdosis).
Ziel ist eine Zerstörung des befallenen Gewebes bei gleichzeitiger Schonung des umgebenden, gesunden Gewebes. Da die befallenen Areale innerhalb der Prostata nicht mit absoluter Sicherheit erkannt werden können, werden die gesamte Drüse sowie ein Teil der Samenblasen bestrahlt.
Der Enddarm sowie die Blase sollen nicht verletzt werden. Die Zielausrichtung des Strahls muss daher möglichst exakt geschehen. Dabei erlaubt inzwischen die dreidimensionale Computertomographie eine ausreichend genaue Identifikation des Zielgebietes.

Risiken: Jede Bestrahlungsart kann zu Schädigungen der Blase, des Enddarms und der Harnröhre führen, da Teile dieser Organe innerhalb des Bestrahlungsfeldes liegen. Die Strahlenschäden (Toxizitäten) werden in 4 klinische Grade unterteilt:
Grad 0: keine Schäden
Grad 1: leichter Durchfall, leichte Krämpfe, Stuhlgang 5x/Tag, leichte rektale Blutung
Grad 2: mäßiger Durchfall, mehr als 5x/Tag, starke rektale Sekretabsonderung oder Blutungen
Grad 3: operationsbedürftige Darmverletzung oder Blutung
Grad 4: Gewebsuntergang, Fistelbildung

In diversen Studien wiesen etwa 75% der Patienten keinerlei Schäden auf, Grad 2 und Grad 3 fanden sich bei 16% bzw. 12%. Grad 4 zeigten 1% der Patienten.