Info-Tag am 6. Februar 2018

Info-Abend zum Prostatakrebs am 6. Februar 2018

61 Interessierte fanden sich am Abend des 6. Februar 2018 zu einer Veranstaltung der Prostata-Selbsthilfegruppe Gelsenkirchen-Buer im Seminarraum des Bergmannsheils ein, um sich über das Thema „Prostatakrebs“, seine Diagnose und Therapie, aber auch zu seiner Früherkennung zu informieren. Der Chefarzt der Urologie, Dr. Miller, und Karl Dahm, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe, hielten die Vorträge.


                       

                                                                        

Karl Dahm eröffnete den Infoabend mit einer Übersicht zur Entstehung, Diagnose und Therapie des Prostatakrebses, Dr. Miller beleuchtete diese Thematik anschließend aus medizinischer Sicht.

Im Jahre 2014 erkrankten 252600 Männer und 225890 Frauen an Krebs. Dabei führt bei Männern der Prostatakrebs mit 63700 Neuerkrankungen pro Jahr diese Statistik an. Bei Frauen ist der Brustkrebs die häufigste Krebsdiagnose (69900 Neuerkrankte pro Jahr). Darauf folgen in der Gesamtstatistik der Darmkrebs mit 62200 sowie der Lungenkrebs mit 52500 Neuerkrankten.

Diese unterschiedlichen Erkrankungen haben gemeinsam, dass die Zellen eines Organs oder eines Gewebes sich der natürlichen Wachstumskontrolle entziehen. Selbst wenn sie krank, geschädigt oder alt sind, sterben sie nicht ab, sondern teilen sich weiter. Auslöser sind Veränderungen im Erbmaterial. Dadurch verlieren Krebszellen manche der Eigenschaften, die für das jeweilige Gewebe typisch wären und zeigen dafür andere. Während gutartige Tumoren anderes Gewebe durch Wachstum verdrängen, wachsen bösartige Tumoren invasiv in benachbarte Organe und Strukturen ein und zerstören sie. Manche Tumorzellen lösen sich vom ursprünglichen Tumor ab, wandern über die Blut- oder Lymphbahnen in andere Regionen und siedeln sich dort an. Die so entstehenden Tochtergeschwulste nennt man Metastasen.

Diese Eigenschaften finden sich auch beim Prostatakarzinom. In den Zellen zeigen sich im Vergleich zu gesundem Gewebe mehr oder weniger auffällige Veränderungen, die sich in fünf Stadien gliedern lassen, den man Gleason-Score nennt. Das Karzinom kann die Kapsel der Prostata zerstören und sich im Bereich des Beckens ausbreiten. Schreitet die Erkrankung unbehandelt fort, kann es zu Metastasen kommen, etwa in den Knochen.

Was sind die Auslöser für diese Veränderungen? In der Regel müssen viele Faktoren zusammenwirken, damit aus einer normalen Zelle eine Krebszelle wird. Dabei ist die Ursache meist weitgehend unbekannt. Auch wenn man heute viele krebsfördernde Prozesse (Chemikalien, Umwelteinflüsse) kennt, spielen diese jedoch nicht bei allen Tumorarten eine Rolle. Beim Prostatakarzinom lässt sich der Einfluss solcher "Karzinogene" bisher gar nicht oder zumindest nicht sicher nachweisen.
Ein wesentlicher Faktor der Entstehung des Prostatakarzinoms ist sicherlich das Alter. Bei den meisten Betroffenen tritt der Krebs erst in fortgeschrittenem Alter auf. Vor dem 40. Lebensjahr ist seine Entstehung unwahrscheinlich, und auch danach steigt das Risiko zunächst nur langsam an. Im Mittel sind Betroffene 71 Jahre alt, wenn ein Tumor entdeckt wird.
Warum sind in den letzten Jahren die Erkrankungsraten angestiegen, während die Sterberaten weiter vergleichsweise niedrig liegen? Mediziner führen zwei wesentliche Gründe an: Einer ist die steigende Lebenserwartung. Männer in fortgeschrittenen Jahren erkranken zwar an Prostatakrebs. Die Erkrankung verkürzt ihr Leben aber nicht, und sie sterben nicht an Prostatakrebs. Ein zweiter Grund ist vermutlich, dass immer mehr Männer einen Früherkennungstest durchführen lassen, den Test auf das prostataspezifische Antigen PSA. Der Nutzen dieses Testes ist inzwischen zweifelsfrei; mit ihm lässt sich die Entstehung eines Prostatakarzinoms schon in sehr frühen Stadien diagnostizieren. Voraussetzung ist natürlich, dass der Mann den PSA-Test auch im Rahmen einer regelmäßigen Vorsorge durchführen lässt. Gerade Männer sind aber „Vorsorge-Muffel“; nur etwa 18% von ihnen nehmen jährliche Vorsorgeuntersuchungen wahr. Bei Frauen ist die Quote mit immerhin 45% deutlich höher.

Fazit: Männer, geht regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen!